Astrologie im Schrebergarten

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Masstrichtverträge Sekundärprogression Juli 2015

Herr und Frau Schreber, in ihrem gerupften Garten sitzend und traurig die Stümpfe der abgeholzten Bäume betrachtend, prüfen erneut die Lage, dieses Mal nicht anhand der Protokolle zu den Maastricht-Verträgen, sondern mittels einer Technik, die sich Sekundärprogression nennt. Diese zeigt, was auf einer inneren und damit unsichtbaren Ebene vor sich geht.

Das Volk ist irgendwie konfus, ungerichtet, gleichzeitig klammert es sich an seine überlieferten Überzeugungen, an Wertvorstellungen, die nicht die eigenen sind (sek. Mond Haus 8 in Fische). Die Regierung macht es ja vor (sek. Sonne Übergang Skorpion/Schütze). Inflationär werden Werte beschworen, die jeder Realität widersprechen – das Handeln richtet sich an Dogmen aus. An Dogmen wie Wettbewerbsfähigkeit, Sparen, Strukturreformen, deren Umsetzung niemandem etwas brachte außer einem Land. Und selbst in diesem Land, dem scheinbaren Nutznießer, gibt es viele Verlierer. Nur wird das kaum sichtbar (sek. Venus Quadrat AC, Mitherrscher 3 Quadrat AC). Geschickt werden die Ziele so formuliert, als seien sie deckungsgleich mit dem, was das Volk möchte (sek. MC Konjunktion Mond). Immerhin ist das Volk ja dem Gesetz nach der Souverän (Mond in Haus 10 im Radix). Der laufende MC jedoch aktiviert das Mond/Saturn-Quadrat des Wurzelhoroskops. Die Gesetze, die Regeln und die Strukturen, erzeugen Reibung und Widerstand – wie bei den Schrebers, denen Regeln für ihren Garten aufgezwungen wurden und deren Einhaltung ihnen schadet. Sie können keine Äpfel mehr ernten, weil der Baum gefällt werden musste und sie können sich nicht mehr am Anblick des Blumenbeetes erfreuen, weil sie es umgraben mussten.  Schrebers empfinden das als Angriff auf ihre Werte und ihre Ressourcen – und es ist auch einer, denn die neuen Regeln (sek. MC) aktivieren die Mars/Pluto-Konjunktion des Radix und diese wiederum ist eine Art Aufforderung, unerbittlich gegen sich selbst vorzugehen. Schrebers gehen in die innere Opposition.

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Maastricht-Verträge Nabodbogen-Direktion Juli 2015

Gründlich und gewissenhaft wie sie nun einmal sind, wollen Herr und Frau Schreber es aber nicht bei dieser Bestandsaufnahme belassen. Daher richten sie ihren Blick auf die äußere, eher sichtbare Ebene und sie tun das, in dem sie die Achsen nach dem Nabodbogen dirigieren. Und da zeigt sich, dass der MC ebenfalls in Konjunktion zum Mond des Radix steht. Schrebers seufzen. Es ist ja schön, wenn Innen und Außen übereinstimmen, so ganz grundsätzlich. Aber der Schrebergarten ist trotzdem ein Schatten seiner selbst. Dennoch gibt es einen Unterschied: Der Stil der nachgelagerten und ergänzenden Verträge ist ein anderer geworden, denn der dirigierte AC fällt in das 2. Haus des Radix. Damit zeigt sich ein Zweifel am bisherigen Selbstverständnis: Trägt das, was in Maastricht vereinbart wurde, noch dieses komplexe und verschiedenartige Gebäude EU? Noch wird diese Frage nicht hörbar gestellt, obwohl laut geredet wird (dirigierter AC auf einem Sonne/Merkur-Grad: Die Rede des Herrschers). Doch diese Kakophonie verhindert nicht, dass Ehepaar Schreber bemerkt, wie sehr die Substanz bröselt (dirigierte Spitze 2 auf einem Merkur/Neptun-Grad) und dass die vereinbarten Regeln nicht mehr greifen. Schrebers fällt täglich auf, in welch schlechtem Zustand die Straßen sind, wenn sie zu ihrem Garten fahren. Sie sehen, dass die alte Nachbarin große Probleme mit dem Rollator hat, wenn sie einkaufen geht – kürzlich ist die Neunzigjährige sogar schwer gestürzt, weil der Gehweg nur noch aus geflickten Schlaglöchern besteht. Die Gleichung “alle zahlen Steuern für das gemeinsame Wohl” geht nicht mehr auf.

Nach einer kurzen Pause mit einem starken Kaffee und einem Kuchen aus den letzten selbst geernteten Äpfeln – irgendwo muss der Stiermond der Schrebers schließlich mit seinem Bedürfnis nach sinnlichen Genüssen hin – prüft das Ehepaar erneut die gesammelten Fakten. Frau Schreber stellt fest, dass sie etwas Wichtiges übersehen haben. Dieses wichtige Detail weckt in Frau Schreber sowohl Hoffnung als auch Befürchtungen. Sie sieht nämlich den dirigierten MC auf einem Kritischen Grad stehen. Es ist ein Saturn/Uranus-Grad und er ist meist schmerzlich in seiner Auswirkung, bedeutet er doch, sich in einer unendlich spannungsgeladenen und widersprüchlichen Situation zu befinden. Herr Schreber murmelt etwas, das wie völlig schizophren oder wahlweise reichlich Gaga klingt. Der Grad beinhaltet den Bruch mit Traditionen und Normen, allerdings in der schmerzhaften Variante. Doch als Realisten halten Schrebers ein Ende mit Schrecken für erträglicher als einen Schrecken ohne Ende. Mit dieser leisen Hoffnung auf Besserung im Herzen beschließt Ehepaar Schreber, die Fakten erst einmal zu verdauen und eine Nacht darüber zu schlafen, ehe es sich an die Ausarbeitung einer Prognose macht.

 

Die Maastrichtverträge, die Wurzel der Krise und ramponierte Schrebergärten

Quelle: wikipedia

Quelle: wikipedia

Um aus einer eher ungewohnten Perspektive auf die Krise der EU und der Eurozone zu blicken, habe ich das Horoskop der Maastrichtverträge bemüht. Nach einem ersten Blick darauf habe ich spontan den Beitragstitel geändert und “die Wurzel der Krise” hinzugefügt. Mit Wurzeln kennen sich Astrologen aus – denn die Radixhoroskope sind die Grundlage jeder Analyse und Prognose. Radix kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wurzel. In diesem Fall bin ich fast geneigt, die Verträge von Maastricht nicht als Wurzel der Krise, sondern als Wurzel des derzeitigen Übels zu bezeichnen.

Denn auch wenn in den Medien immer wieder anderes behauptet wird und es im Getöse um Griechenland oft untergeht: Ländern wie Irland, Portugal, Spanien geht es mitnichten gut. Eine sehr bekannte dänische Sportjournalistin, die in Spanien lebt, sagte sinngemäß: Spanien ist tot, nach all den Reformen, es ist eine soziale Katastrophe. Selbst in sehr anspruchsvollen Berufen verdienen die Menschen nur um die 1000 €. Deshalb habe Podemos so starken Zulauf aus allen Gesellschaftsschichten und aus allen Generationen. Bei einer Podemos-Demonstration in Madrid haben sich knapp eine halbe Million Menschen beteiligt.

Vergleicht man diese und andere Aussagen der Menschen, die von den politischen Entscheidungen betroffen sind, mit dem zu den Maastricht-Verträgen gehörenden Protokollen wie diesem hier

PROTOKOLL ÜBER DIE SOZIALPOLITIK

Das dem Vertrag beigefügte Protokoll über die Sozialpolitik dehnt die Zuständigkeit der Gemeinschaft auf die Sozialpolitik aus. Das Vereinigte Königreich ist diesem Protokoll nicht beigetreten. Das Protokoll bezweckt

die Schaffung von Arbeitsplätzen;
die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen;
einen angemessenen sozialen Schutz;
die Förderung des sozialen Dialogs;
die Entwicklung der Humanressourcen zwecks dauerhafter Sicherung eines hohen Beschäftigungsniveaus;
die Eingliederung von Personen, die bislang vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt waren.

Quelle: eur-lex.europa.eu

dann ist die Frage berechtigt, ob der formulierte Zweck dieses Abkommens erreicht werden kann und wird. Sieht man sich das Radix an, so kommen Zweifel auf. Die kardinalen Häuser sind stark besetzt, insbesondere das 4. Haus, der Urgrund, die Seele des Ganzen. Jedoch zeigen kardinale Häuser immer nur das Potential eines Quadranten. Was aus diesem Potential wird, das zeigt sich in den fixen Häusern. Die wiederum sind nicht besetzt. Also wurde viel gewollt, es mangelt aber an den Bedingungen, um aus den Absichten etwas machen zu können. Wenn ich ein Samenkorn nicht mit Erde, Luft, Wasser und Licht versorge, wird daraus keine Pflanze werden, selbst wenn der Samen noch so hochwertig ist. Ohne bestimmte Bedingungen kein Wachstum, keine Entfaltung.

Im 10. Haus steht der Mond, also der Stellvertreter für die vielen Menschen, das Volk der EU. Im Zeichen Stier ist er realistisch, sinnlichen Genüssen nicht abgeneigt. Er wäre zufrieden damit, seinen Acker zu bestellen und für sich selbst zu sorgen, solange er sich darauf verlassen kann, dass dies die Norm und das Ziel aller ist. Dieser Mond ist eingebunden in ein T-Quadrat – es wird also nichts mit der Ruhe im Schrebergarten. An dieser Reibungsfigur sind Saturn in Haus 7 und Mars/Pluto sowie Merkur in Haus 4 beteiligt. Saturn in 7 wäre ja für Herrn und Frau Schreber noch zu verschmerzen, immerhin garantiert ein Saturn in 7 Maßstäbe, Regelwerke, Gesetze, die viele Beteiligte betreffen. Mit Mars/Pluto hingegen wird es unschön. In seiner hässlichsten Ausprägung ist Mars/Pluto Sadismus. Ehepaar Schreber soll also nicht nur schmerzhafte Operationen erdulden und gut tragende Obstbäume abholzen und Beete zerstören, nein, Ehepaar Schreiber soll diese Operationen auch noch wollen. Denn auch wenn dabei jede Realität verkannt wird: Verträge sind einzuhalten, wenigstens dann, wenn Saturn/Pluto mit am Rad drehen.

Der Blick zu den Verantwortlichen – Sonne als Stellvertreter der Regierenden – hilft Herrn und Frau Schreber auch nicht unbedingt weiter. Sonne als Herrscher von Haus 1 in Haus 4 hat etwas Autoaggressives. – Kurzer Sidestep: Hat sich jemand schon mal Merkels Fingernägel angesehen? Die sind reichlich abgenagt. Nägelkauen ist eine Manifestationsmöglichkeit von Mond/Mars. Sidestep Ende. – Außerdem ist die Sonne mit Saturn im Bunde über einen Spiegelpunkt. Es ist also eine streng autoaggressive Sonne, und als eine solche erwartet sie selbiges Verhaltensmuster auch von Schrebers.

Stierisch stur und ein wenig vertrauensselig hoffen Schrebers weiterhin auf Handlungen und setzen dabei auf das 5. Haus. Was sie hier entdecken, sieht gut aus – bis Ehepaar Schreber realisiert, dass es ein Theaterstück geboten bekommt (Herrscher von Haus 5 in Haus 3). Aber vielleicht werden ja wenigstens Prozesse in Gang gesetzt, die den mittlerweile angesichts ihres ramponierten Gartens verzweifelnden Schrebers Hoffnung auf eine leichte Verbesserung der Lage bieten? Haus 6 ist das Haus der Aussteuerung an der Umwelt, es ist sozusagen das Controlling der Handlungen und Prozesse. Und auf den ersten Blick sehen die Diagramme, die diese Abteilung erstellt, bestens aus. Müssen sie auch, immerhin stehen Uranus und Neptun an der Spitze. Also alles wunderbar.

Oder eben nicht. Uranus/Neptun ist auch die völlige Entrücktheit, der Heilige Gral, der schöne Schein. Und der Schein bestätigt sich denn auch prompt: Uranus ist Herrscher von 7 und Neptun Herrscher von 8; es handelt sich also beim Controlling um Scheinharmonie und ideologisch motivierte Prozesse. Nichts als Talmi.

Als Realisten setzen sich die Schrebers erst einmal hin und versuchen, Bilanz zu ziehen. Sie studieren das oben erwähnte Protokoll der Maastrichtverträge und stellen Folgendes zu den dort genannten Zielen fest:

Die Schaffung von Arbeitsplätzen:
Die Arbeitslosenquote in ihrem Land beträgt über 25 %.
Die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen:
Die Löhne wurde um bis zu 40 % gekürzt, die Gewerkschaften geschwächt, der Lebensunterhalt teurer.
Einen angemessenen sozialen Schutz:
Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung: Alle Leistungen wurden gekürzt.
Die Förderung des sozialen Dialogs:
Schrebers reiben sich verwundert die Augen: Wo finden diese Dialoge statt? In Turnhallen in Rostock?
Die Entwicklung der Humanressourcen zwecks dauerhafter Sicherung eines hohen Beschäftigungsniveaus:
Ah, endlich wissen Schrebers, dass sie keine Menschen mehr sind. Sie sind Ressourcen, und als solche werden sie ausgebeutet und verwertet.
Die Eingliederung von Personen, die bislang vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt waren:
Die Quote der Langzeitarbeitslosen ist nicht gesunken.

Nachdem sich Herr und Frau Schreber einigermaßen von dieser ernüchternden Bilanz erholt haben, beschließen sie, mit Hilfe der Astrologie eine weitere Bestandsaufnahme vorzunehmen, als gute EU-Bürger ihre Hausaufgaben zu machen ^^ und eine vorsichtige Prognose zu wagen. Diese soll in den nächsten Tagen vorgelegt werden.

Dies ist nicht mehr mein Land

Warum? Weil sich D bzw. die deutsche Regierung unmöglich benimmt. Hartherzig, piefig, schulmeisternd, nationalistisch. Sie veranstaltet nicht nur mit Griechenland Unsägliches, sie tut das seit Jahren auch mit der eigenen Bevölkerung.

Hier vergammelt die Infrastruktur – absichtlich – um sie dann „privaten Investoren“ zum Ausweiden anzubieten. Für uns Bürger wird das teuer werden, das hat auch der Bundesrechnungshof bestätigt. Angestellte staatseigener Konzerne werden erpresst (Bahn, Post). Das Gesundheitswesen ist krank, so krank, dass Pflegekräfte an der Charite streikten. Es dauert ewig, ehe Pflegekräfte streiken, da muss das Maß des Unerträglichen mehr als voll sein.

Hartz IV-Bezieher werden drangsaliert mit albernen Schulungen, Jobandrohungen, Sanktionen. Seit wann hat der Druck auf Arbeitslose je einen Arbeitsplatz geschaffen? Belegschaften in Firmen werden gegeneinander ausgespielt – der Einsatz von Leiharbeitern eignet sich dazu vorzüglich. Wäre ja auch noch schöner, wenn es gleichen Lohn für gleiche Arbeit gäbe.

An den Hochschulen des Landes wird der Nachwuchs mit Zeitverträgen verheizt, verunsichert und gefügig gemacht. Warum es im Bildungsbereich unbedingt Wettbewerb geben muss, konnte mir noch niemand überzeugend erklären. Das gilt auch für das Gesundheitswesen. Und worin besteht eigentlich der „Mehrwert“, wenn die Wagen von vier Paketdiensten alle Straßen einzeln abfahren?

Ich kann auch diese Lügengeschichten bezüglich des demografischen Wandels nicht mehr hören. Wenn wir eine „demografische Tanne“ wollen, müssten wir in Kauf nehmen, dass die Kindersterblichkeit hoch ist. Wollen wir das wirklich so haben? Und wer nicht glaubt, dass es kein Problem ist, den Rentnern „trotzdem“ eine anständige Rente zu gönnen, die der Lebensleistung gerecht wird, der lese nach bei Gerd Bosbach, der all das durchgerechnet hat: Demografie und Rente. Die Demografie-Lüge dient nur der Versicherungswirtschaft, die mit der Angst vor Armut im Alter ihre Geschäfte macht. So ein Blödsinn wird natürlich von unserer Regierung finanziell gefördert. Dummerweise kommt diese Förderung nicht den Sparern zu Gute – gerade beim Riestern geht der Großteil der Förderung in den Gebühren unter. Prima Geschäft – nur nicht für Lieschen und Hermann Müller.

Und dann die Euro-Krise und die Euro-Rettung. Glaubt noch irgend jemand ernsthaft, es läge unserer Regierung etwas daran, diese Krise zu beenden? Falls ja, lohnt sich wie immer die Frage: Cui bono – wem nützt es? Es nützt unseren „Eliten“, denn die Krise ist ein willkommenes Allround-Argument für Schweinereien aller Art. Da muss mehr gespart werden (wobei der Begriff völlig in die Irre führt), da muss der Gürtel enger geschnallt werden (welcher denn?) und da braucht ein anständiger Staat natürlich eine Schuldenbremse. Sonst wird das nix mit der marktkonformen Demokratie. Die braucht auch ein TTIP, die Vorratsdatenspeicherung und vor allem viele Menschen, die nur mit Ach und Krach von ihrer Arbeit leben können.

Ich höre besser auf, mir ist schon schlecht. Ich könnte heulen, wenn ich an das Land denke, in dem ich aufgewachsen bin. So miefig-piefig und kleinkariert wie jetzt war es weder in den 70er noch den 80er Jahren. Da konnte ich Bauerntochter noch halbwegs problemlos das Abitur machen und hätte auch studieren können. Ich konnte darauf vertrauen, dass sich Leistung lohnt und Bildung sich auszahlt. Vor Krankheit musste ich keine Angst haben, denn es gab ein gutes Gesundheitswesen und ein anständiges Krankengeld. Eine Krankheit wurde angemessen behandelt und nicht danach, ob die Behandlung Geld in die Kassen der Klinik spült. Es gab Tarifverträge und Gewerkschaften, die vernünftige Entgelt-Steigerungen aushandelten. Die Deutsche Bahn war pünktlich und es gab gepflegte Straßen. Meine Eltern konnten sich aus tiefen, ererbten Schulden heraus einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten.

RIP, Deuschland