Die psychologische Dimension von Hautbeschwerden

Gegenstand des folgenden Artikels sind Hautbeschwerden in ihrer psychologischen Dimension. Darunter fallen Neurodermitis, Schuppenflechte, Gürtelrose und viele andere.

Beim Durchsehen betroffener Horoskope fiel mir ein bestimmtes Temperament auf: Im homöopathischen Kosmos gibt es eine naive Grundnatur, die in ihrer Begeisterung oder gar Euphorie den Partner vergöttert und zur eigenen Erbauung Philosophie betreibt … doch es gibt eine dunkle Seite dieses Feuers. Neurodermitis oder Schuppenflechte sind ein Warnsignal an die Umgebung: “Dieser Mensch fährt leicht aus der Haut!” Mit einem Schütze-Mond haben wir ein aufbrausendes Naturell, welches das Potential besitzt, Beziehungen zu zerstören … und die Haut ist die Arena unserer Beziehungen! Wie bekommt man so etwas hin? Ein solch heftiges emotionales Muster zu ändern ist eine anspruchsvolle Aufgabe. Eine Möglichkeit ist ein Aggressionstraining, das schrittweise die Ansprechbarkeit auf äußere Reize vermindert.

Alcoholus Kopie

Wir gehen ins Geistige: Für Menschen mit Merkur in Jungfrau und im 6. Haus liegt der Fokus ihrer Beobachtungen auf der Welt des Mikrokosmos. Das ist soweit in Ordnung und in vielen Berufen hilfreich. Problematisch wird es, wenn das Detail zwanghaft überbewertet wird. Das kranke Hautgeschehen spiegelt eine mentale Überreizung wider, welche tagtäglich durch einen Ärger über “falsche” Kleinigkeiten gespeist wird.

Wir kommen zum Kampf um den männlichen Habitus, der vielen Märchen den Stoff geliefert hat: Es ist der zu Anfang verunsicherte und spätere Held, der sein Glück hinter einer Dornenhecke oder sein Schwert in der Höhle der Untoten finden wird. Das Schwert ist doppeldeutig gemeint. Es geht also auch um die Erweckung seines Tengelmanns, damit er später schöne Kinder zeugen kann, mit der Frau, der er zuvor schüchtern auswich. Er wird im Laufe des Märchens viele Drachen besiegen, darunter sind seine inneren die größten. (Gandalf musste erst den Feuerdämon Balrog besiegen, weil er innerlich daran zweifelte, als Feldherr für die Mutter aller Schlachten qualifiziert zu sein.)

Eine Hautbeschwerde symbolisiert diesen Kampf. Sie behindert das männliche Erobern schwer, denn der Betroffene muss eine Partnerin finden, die über seine Hautgeschichte hinweg seine inneren Werte sieht. Hoffentlich sind da welche! Für hautkranke Frauen gilt das Gleiche: Sie sollten sich wirklich überlegen, ob sie den hässlichen Frosch an die Wand werfen – Mars in Haus 8.

Steht Chiron in Haus 7, dann fühlen wir uns in Beziehungen unvollständig, zerrissen, suchend. Wir suchen nach Fragmenten, die wir irgendwann einmal verloren haben. Das spiegelt die Hautbeschwerde wider.

Die Haut ist unser Partnerorgan schlechthin. Die beschädigte Haut symbolisiert unmissverständlich: “Mein Partner hat mich verletzt!” Was bedeutet das im Umkehrschluss nach Byron Katie? “Ich habe meinen Partner verletzt.” Die Astrologie ist klug. Sie sagt uns nicht, wer Täter und wer Opfer ist. Für die höhere Weisheit sind das eh zwei Seiten ein und derselben Münze.

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Wir werden als Kinder (Haus 4) gepudert, weil wir wund sind. Wenn wir uns an dieses kindliche Empfängermuster gewöhnen, dann kann die Hautbeschwerde einen unbewussten Wunsch ausdrücken, diesen Zustand im Erwachsenenalter (Haus 10) beizubehalten. Zum Beispiel als Salbenpflege durch eine Bezugsperson. Die Hautbeschwerde wird als Vehikel benutzt, um einen Status beizubehalten, der einen masochistischen Lustgewinn bringt. Bei meinen Studien fiel mir Chiron in Haus 10 auf. Diese Menschen sind im Extremfall unfähig, erwachsen zu werden. Mit einer Hautbeschwerde steht das im Zentrum ihrer Persönlichkeit. (Bei Chiron im jeweiligen Haus geht es ja generell um ein Gefühl der Zersplitterung. Wir können nicht alle hausrelevanten Teile zusammensetzen und müssen im Leben mit einem Flickwerk klar kommen.)

Eine Rolle spielt auch das verletzte Ehrgefühl (wiederum Haus 10). Wer Ehre in seinem Leben übertrieben hoch hält, läuft eher Gefahr, darin beschädigt zu werden als jemand, dem sie ein Wert unter vielen ist. Dieser Punkt wiegt besonders schwer bei Neurodermitis- und Impetigo-Patienten.

Ein weiteres Thema von Chiron in Haus 10 ist die Überverantwortung. Die Hautbeschwerde ist ein Warnsignal des Körpers, sich endlich aus einer Sache zurück zu ziehen, die den Betroffenen über den Kopf gewachsen ist.

Was bedeutet es “aus der Haut zu fahren?” Ist man dann außer sich? Dann laufen doch alle Leute schreiend davon! Könnte das am Ende unbewusst beabsichtigt sein? Wir sprechen von eruptiven Persönlichkeiten, die oft unter massivem inneren Druck stehen.

Wir sind bei Uranus in Haus 1. Einen plötzlich einschießenden Impuls nach außen bringen, der Umwelt zeigen: “Es wird mir alles zu eng. Ich mache das nicht mehr mit!” In diesem Moment ist es gleichgültig, wo die Befreiung hinführt. Darum kümmert sich Uranus überhaupt nicht. Er stößt uns in eine Unsicherheit, die unbewusst gewollt ist. Nachdem er widersprochen hat ist der Betroffene erleichtert, denn jetzt endlich ist er eine “ehrliche Haut.” Besonders interessant ist: Dieses Thema steht im Vordergrund beim Herpes zoster, der Gürtelrose. Da umfasst uns etwas und bevor es einen Ring um den Körper bildet sollten wir die Befreiung vollzogen haben.

Hautbeschwerden können uns eine Feinfühligkeit lehren, die uns vorher nicht zugänglich war. Insofern ist die Krankheit ein Evolutionsbeschleuniger.

Um Neptun in Haus 1 zu beschreiben muss ich thematisch etwas ausholen: Unsere Erde wird durch die Atmosphäre vor Meteoriten geschützt und wir Menschen scheinen so etwas Ähnliches zu haben, denn wir können Lärm aushalten und vieles andere abpolstern. Doch bei manchen Hautkranken funktioniert der Filter nicht. Speziell bei Hochsensiblen. Sie sind “dünnhäutig.” Schlechte Nachrichten haben üble Folgen, da sie direkt ins Innere stoßen. Die Hautkrankheit zeigt an: <Achtung, Achtung, Hüllenbruch>. Zeit meines Lebens spekuliere ich, warum diesen Menschen die Hülle fehlt oder warum so große Löcher darin sind. Ich vermute unter anderem Impfschäden, doch mir fehlen die Beweise.

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Das Thema Haut  ist so stark mit Sexualität verbunden wie sonst nur das Urogenitalsystem. Die Haut ist unsere Streichelwiese. Dort werden die Pheromone (Sexuallockstoffe) ausgeschüttet. Im Laufe meines Lebens habe ich bei Menschen mit Skorpion-Aszendent zweierlei beobachtet. Sie können sehr gut ihren Geldbeutel zuhalten und es knistert sofort, wenn man ihnen gegenüber steht. Manche junge Frau mit Skorpion-Aszendent fragt sich, warum immer eine Traube Männer um sie herum steht. Das hat mit ihrer Ausstrahlung zu tun. Auch wenn sie eine Knollennase hat. Hier gehen die Dinge tief, was einer der Gründe ist, warum für manche Skorpion-Aszendenten die Sexualität eine komplizierte Sache ist.

Das sollte als Andeutung reichen. Ich muss ja nicht all mein Wissen preisgeben.

Patienten mit Schuppenflechte haben gern die Sonne in Haus 7 und Neurodermitiker häufig in Haus 8. Erinnern wir uns an den Grundkurs Astrologie: Nachdem unser Wesen in den ersten beiden Quadranten innerlich reifen konnte, wird es im 3. Quadranten auf andere Menschen losgelassen. Hautbeschwerden sind offenbar ein Katalysator dieser Lernaufgabe.

Ich lasse das als Schlusswort stehen und bedanke mich fürs Lesen. Wenn Sie mehr erfahren wollen, es gibt Bücher und weitere Artikel von mir.

 

Die psychologische Dimension von Rückenschmerzen

Gegenstand dieses Artikels sollen Rückenschmerzen in ihrer psychologischen Dimension sein. Darunter fallen Beschwerden der Wirbelsäule selbst (beispielsweise als Bandscheibenvorfall), sowie der sie umgebenden Weichteile (zum Beispiel als Muskelverspannungssyndrom).

Schulterschmerzen bedeuten etwas anderes als Neuralgien des Steißbeins. Jeder Rückenabschnitt hat eigenständige Deutungen, doch in der Praxis hat sich erwiesen, dass es Gemeinsames gibt, um die Seele hinter den Beschwerden zu beschreiben. Wir können annehmen, dass alle Tierkreiszeichen von den Beschwerden betroffen sind. Beim Durchsehen der Problematik fielen mir allerdings drei Temperamente besonders auf:

Die Waage will sich selbst und ihre Lieben ausbalancieren. Wenn Menschen ihr Leben lang um ihr inneres Gleichgewicht und das ihrer Umgebung kämpfen, dann nimmt das den Körper mit. Das Zerren an diplomatisch gesuchten Lösungen hat Folgen – besonders, wenn man die Oberhoheit über die Gespräche an sich reißt.

Waage-Menschen sind sehr daran interessiert in ihrer Umgebung etwas anzustoßen: “Du machst doch mit, oder?” Haben diese Menschen Schmerzen, so sollten sie sich fragen: “Greife ich zu viel ein und übernehme ich mich?” Im Extremfall wollen sie alles bestimmen und manipulieren. Zu bestimmen, das ist typisch für den Widder, das Gegenzeichen. Das bedeutet: Diese Person tritt kompensatorisch autoritär auf (Widder), um bloß nicht schwach und unsicher (Waage) zu erscheinen.

Hier gilt es anzusetzen und sich zu fragen: „Was will ich wirklich bestimmen?“

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Ständige Sorgen können zu chronischen Rückenproblemen führen. Problematisch ist außerdem das zwanghafte Bedürfnis, seine Ordnung wiederherzustellen. Was ist zu tun? Lernen, manchen Dingen ihren Lauf zu lassen. „Wie viele menschliche Baustellen kann ich sich selbst überlassen, ohne weiterhin Helikopter-Mutter spielen zu müssen?“ Wird das Programm umgesetzt, dann lassen auch die körperlichen Verspannungen nach. Astrologie? Sonne in Jungfrau. Zum Thema „Rücken“ begleitet mich ein Fachmann schon viele Jahre. Hier sein erstes Zitat:

“Sorge und Groll sind zwei unerwünschte Emotionen, die wir lieber nicht zur Kenntnis nehmen wollen, […]. Wenn man die betroffenen Personen darauf hinweist, erkennen sie gewöhnlich, dass es sich bei ihnen um Perfektionisten handelt.”

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 29

Kommen wir zum dritten Tierkreiszeichen. Die Wirbelsäule ermächtigt uns physische Größe und Stolz zu verkörpern. Ohne unsere Wirbelsäule würden wir umher kriechen wie Gollum. Manche Menschen werden aber nicht gefördert. Ihr Wille wurde gebrochen, zum Beispiel als Folge von Missbrauch. Das Ergebnis sind Rückenbeschwerden. Typisch für diesen Befund ist eine Löwe-Sonne in Haus 12.

Ein typisches Löwe-Sonne-in-12-Merkmal ist Narzissmus:

“Eine ausgeprägte narzisstische Person ist leicht reizbar, da sie im Umgang mit anderen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen, frustriert wird. Die Folge davon ist Wut, und eine solche Person wird dauernd wütend sein, aber nie wissen warum, da […] diese Gefühle verdrängt wurden. Hier scheint ein Paradox vorzuliegen. Einerseits haben wir ein geringes Selbstwertgefühl, dann aber führt uns unser Narzissmus dazu, uns wie ein König zu benehmen. Es ist die Geschichte vom Prinzen und dem Bettler. Sie sind ein und dieselbe Person.

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 50

Kann unsere leibliche Mutter uns Lebenssicherheit durch Geborgenheit vermitteln, dann bildet sich etwas Bedeutendes: Urvertrauen. Wird dieses Urvertrauen nicht hergestellt, dann leben wir auf schwankendem Boden. Es kann später zu folgenden psychischen Problemen kommen:

  • Haltlosigkeit
  • Furcht, vernachlässigt zu werden
  • Furcht, der Partner mache sich auf und davon

Geht im Erwachsenenalter die Bezugsperson fort oder stirbt sie, dann zieht es den Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Das betrifft die Wirbelsäule mitsamt ihrem Muskelapparat. Der Boden wird astrologisch durch Haus 4 symbolisiert und das Fehlen desselben durch Neptun – kombiniert als Neptun in Haus 4.

Wenn Menschen erfahren, dass sie wegen ihrer Klagen in Verruf geraten, dann müssen sie das Quengeln unterdrücken. Dieses verschwindet aber nicht, sondern stürzt in den Körper. Jetzt werden die Beschwerden zu einem Vehikel, um zu jammern: “Dann bekomme ich zur Strafe Kreuzschmerzen. Ihr werdet schon sehen, was Ihr davon habt!” Diese Kreuzschmerz-Patienten haben im Lauf des Lebens bestimmte Personen ausgemacht, die sie für ihr Leiden anschuldigen können. Dieses kindliche Beziehungsmuster entspricht Mond in Haus 1.

Wir kommen zum Mond-Pluto-Aspekt.

“Das Unbewusste ist das unterirdische Reich des Versteckten und des Mysteriösen, ein Ort wo alle Arten von Gefühlen wohnen. Nicht alle logisch, nicht alle schön und manche geradezu furchterregend.”

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 32

Hierzu gibt es einen schönen Fall. Hören wir dem Herrn Professor zu:

“Ich erinnere mich an eine Frau mit einem anhaltenden Schmerzsyndrom, die mit ihrem schwierigen Bruder zusammen lebte. Trotz einer Psychotherapie hörten die Schmerzen nicht auf. Eines Tages tat sie etwas Außergewöhnliches. Sie wurde sehr böse auf ihren Bruder, schrie ihn an, beschimpfte ihn und stürmte danach aus dem Haus. Mit diesem Ereignis verschwanden ihre Rückenschmerzen.”

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 32

Das letzte große Thema dieses Artikels soll nochmals die Gefühlskontrolle sein, doch dieses Mal als Mond-Saturn-Aspekt. Wie wir gesehen haben, ist der Rücken eine Projektionsfläche für Ungelebtes. Als Gesellschaft haben wir uns eine „Zivilisation“ geschaffen, in der öffentlich gezeigte Wut (Sportler sind die Ausnahme) als krank gilt. Rückenartikel Rita 2 Viele Arbeitnehmer machen deshalb die „Faust in der Tasche.“ Wut bleibt im System und der Rücken rächt die Impulsunterdrückung als Schmerz. Gesund wäre es, einem unverschämten Gruppenleiter eine Ohrfeige zu geben, doch das kostet den Job.

Kreuzschmerzen sind leider so oft das Ergebnis einbetonierter Gefühle. Die körperliche Folge ist unter anderem, dass die Faszien der großen Rückenmuskeln verdicken. (Was sind Faszien? Ein faseriges Bindegewebsnetzwerk. Es umfasst Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln, sowie die teils hauchdünne Schicht, die jeden einzelnen Muskel umhüllt). Ergebnis? Wir werden steif.

Hören wir zum Schluss noch einmal Professor Sarno. Er erklärt uns, warum Psychotherapie sinnvoll ist:

“Manchmal geschieht etwas in unserer Kindheit, das uns mit Ressentiments und Wut zurücklässt, aber die Gefühle werden tief verborgen zurück gehalten. Sie sind zu schmerzhaft oder sozial zu inakzeptabel, als dass man ihnen erlauben könnte, das Bewusstsein zu erreichen.”

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 97

Wo hat die Schildkröte ihren Panzer?

Danke sehr fürs Lesen! Abschließend noch der Link zum zitierten Buch: John Sarno, Befreit von Rückenschmerzen: Die Körper-Seele-Verbindung realisieren

There’s a little yellow pill

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… sangen die Rolling Stones bereits 1965. Da war das erste Antidepressivum schon wieder vom Markt genommen worden wegen seiner schweren Nebenwirkungen. Zugelassen worden war dieses Mittel, Marsilid, bereits 1958, erste klinische Versuche fanden ab 1952 statt, zunächst allerdings an Tuberkulosepatienten. Die Substanz war für dieses Einsatzgebiet entwickelt worden und zeigte nicht die erwünschte Wirkung. Man bemerkte aber eine Steigerung der Stimmung gegenüber Patienten der Kontrollgruppe. So richteten sich weitere Forschungen und Versuche auf die Behandlung Gemütskranker. Kurz nach der Zulassung von Marsilid kamen weitere Antidepressiva auf den Markt. Heute sind sie Spitzenreiter unter den Verordnungen im Bereich der Psychopharmaka. Es werden mit diesen Medikamenten erhebliche Umsätze gemacht und Gewinne erzielt. Doch ist der Nutzen durch diese Mittel für die Erkrankten so hoch wie behauptet wird? Sind diese Mittel trotz ihrer vielfältigen Nebenwirkungen harmlos? So harmlos, dass sie trotz der geäußerten Bedenken oder auch Ablehnung durch Patienten nach einem fünf- bis zehnminütigen Gespräch verordnet werden?

Das Horoskop des ersten klinischen Versuchs mit Marsilid zeigt eine Mond/Neptun-Konjunktion in Haus 4, ein treffendes Bild für ein Medikament (Neptun), das auf den Gemütszustand (Mond) einwirkt. Der Mond ist Herrscher des Krebs-Aszendenten, da er als solcher in Haus 4 steht, bildet er eine Mond/Mars-Konstellation, die als eine Tendenz zur Autoaggression betrachtet werden kann. Der Uranus am Aszendenten bildet die Anregung durch das Medikament auf den Antrieb ab, der bei einer Depression meist deutlich herabgesetzt ist. Dieser Uranus ist Herrscher des 8. Hauses. Wenn der Herrscher des 8. Hauses in Haus 1 steht, kann man sehr vorsichtig ein “Suizid-Potential” in Betracht ziehen. Mars und Venus stehen in diesem Horoskop in weiter Konjunktion in Haus 2 und zeigen eine Verletzlichkeit oder eine Verletzung des Körpers an. Auch der Mars in Haus zwei bildet eine Venus/Mars-Konstellation. Die Mond/Neptun- und die Venus/Mars-Konstellationen werden wieder auftauchen, nämlich in den Horoskopen anderer Antidepressiva. Eines sei hier beispielhaft gezeigt.

vortioxetinRechts ist das Horoskop des jüngsten “Marktteilnehmers” zu sehen: Es handelt sich um die Substanz Vortioxetin. Zugelassen wurde sie für den US-amerikanischen Markt im September 2013 zur Behandlung schwerster Formen der Depression. Auch in diesem Chart nimmt Uranus eine prominente Stellung ein, er steht genau auf dem MC und auch hier ist er Herrscher des 8. Hauses. Uranus bildet in diesem Chart eine Saturn/Pluto-Konstellation. Michael Roscher beschreibt diese Konstellation als “Verhärtung bis zum Zusammenbruch” oder “Scheuklappen rechts und links, oben und unten”. Diese flockig klingenden Beschreibungen bilden sehr gut den schlimmen Zustand ab, in dem sich schwerstkranke, depressive Menschen befinden, die teils unfähig sind, sich zu bewegen oder vom Geschehen um sie herum etwas wahrzunehmen. Da braucht es womöglich die durch Uranus am MC beschriebene “Brechstange” (Saturn/Uranus-Konstellation). Auch in diesem Horoskop findet sich ein Mond/Neptun-Bezug, hier durch Merkur als Herrscher von Haus 12 in Haus 4. Die bereits im ersten Horoskop auffälligen Venus/Mars-Konstellationen zeigen sich erneut.

Mond/Neptun-Konstellationen werden häufig mit Medikamenten, Drogen und Suchterkrankungen in Zusammenhang gebracht. In beiden Horoskopen findet sich diese Konstellation. Für die gesamte Gruppe der Antidepressiva wird behauptet, sie würden in sich kein Abhängigkeitspotential bergen. So wird denn auch immer wieder in Informationen für an Depressionen Erkrankte betont, dass eine medikamentöse Behandlung heilen könne und Angst vor Abhängigkeit unbegründet sei. Dies ist die weit verbreitete Ansicht, die zum Beispiel auch von der Deutschen DepressionsLiga e.V. in ihrer Patientenbroschüre vertreten wird. Doch was ist mit den vielen Menschen, die versuchen, diese Medikamente abzusetzen und kläglich scheitern? Die sich Wochen, Monate und manchmal Jahre abmühen, um frei von diesen Medikamenten zu werden? Bilden sich diese Menschen ihre Leiden nur ein? Kann man sich Entzugserscheinungen einbilden? Sind insbesondere Antidepressiva aus der Gruppe der SSRI so harmlos, wie behauptet wird? Warum wird empfohlen, diese Medikamente nicht abrupt abzusetzen? In den Beipackzetteln ist von “Absetzsymptomatik” die Rede, von einem Rebound-Phänomen. Dies bedeutet, dass durch die langsame Dosisverringerung Symptome auftreten, die an den Beginn der Erkrankung erinnern. Eigenartigerweise verschwinden viele dieser Symptome unmittelbar nach einer erneuten Erhöhung der Dosis. Würde ein Alkoholkranker aufhören zu zittern, zu schwitzen, ruhiger werden und sich entspannen, wenn er eine bestimmte Menge Alkohol trinkt, würde dieses Phänomen als ein Beweis seiner Abhängigkeit betrachtet. Bei Menschen, die beim Absetzen von SSRI unter ähnlichen Symptomen leiden, heißt es, das seien “Absetzsymptome”. Was ist da los, was ist geschehen? Warum wird dieser Unterschied in Benennung und Bewertung sehr ähnlicher Phänomene vorgenommen und verbreitet?

Es ist nicht ganz leicht, im Internet hierzu ernst zu nehmende Auskünfte zu finden. Neuere Forschungsergebnisse werden überwiegend in Englisch publiziert. Erfahrungen Leidgeplagter findet man auch nur durch eine gewisse Hartnäckigkeit. Die Berichte Betroffener sind teilweise derart erschütternd, dass ich mich frage, wie man es schaffen kann, diese Menschen nicht ernst zu nehmen. Interessant ist auch, dass seit etwa Anfang der 2000er Jahre auf die steigende Suizidgefährdung bei mit dieser Stoffgruppe behandelten Jugendlichen hingewiesen wird. In einigen Ländern dürfen diese Mittel Jugendlichen nicht mehr oder nur unter strengen Auflagen verordnet werden. Bei weitergehender Recherche fand ich eine Veröffentlichung, deren Autoren sich mit dem Auftreten spezieller Symptome beim Absetzen von SSRI auseinandersetzten. Die Forschergruppe um A. G. Flava hat diverse Studien und Fallberichte gesichtet, gezielt durchsucht, ausgewertet und bewertet. Das Ergebnis wurde Anfang 2015 veröffentlicht. Die Schlussfolgerung dieser Studie ist deutlich:

Schlussfolgerungen: Kliniker müssen SSRI zu ihrer Liste der Medikamente hinzufügen, die potentiell Entzugserscheinungen beim Absetzen auslösen, zusammen mit Benzodiazepinen, Barbituraten und anderen psychotropen Substanzen. Der Begriff „Absetzsyndrom“, der aktuell das durch SSRI induzierte Abhängigkeitspotential verharmlost, sollte ersetzt werden durch den Begriff „Entzugssyndrom“. Quelle: Withdrawal Symptoms after Selective Serotonin Reuptake Inhibitor Discontinuation: A Systematic Review, Fava G.A. et al. (von mir übersetzt aus dem Englischen)

Es ist höchste Zeit, dass sich diese Erkenntnis durchsetzt, damit nicht unzählige Menschen, die in gutem Glauben ihren Arzt um Hilfe bitten, abhängig werden. Damit nicht viele Ärzte, die ihren Patienten diese Mittel in bester Absicht verschreiben, daran beteiligt sind, Erkrankte zu Abhängigen zu machen, die unter Umständen einen jahrelangen Leidensweg vor sich haben. Es ist höchste Zeit, den Pharmakonzernen auf die Füße zu treten und sie zu verpflichten, das Suchtpotential dieser Substanzen in den Beipackzetteln beim Namen zu nennen. Bei den Opiaten, den Benzodiazepinen und anderen Substanzen war das ja auch möglich. Es ist höchste Zeit, diese durch die Venus/Mars-Konstellationen in den Horoskopen der Substanzen angezeigte Körperverletzung zu beenden. Und es ist allerhöchste Zeit, zu erkennen, dass eine Entwicklung wie diese ermöglicht wurde durch eine politisch gewollte Ökonomisierung des Gesundheitswesens in der BRD und anderen Ländern.