Karma-Astrologie Part I

Nein, nein, das wird keine Einführung in die Karma-Astrologie. (Falls Sie eine solche suchen, bemühen Sie bitte Google oder Bing erneut.) Ich verstehe aber, dass das Thema Sie fasziniert. Es klingt so bedeutsam, so mystisch, so geheimnisvoll – und so viel versprechend. Sollten Sie dennoch weiterlesen wollen, rechnen Sie mit einer gelinden Ernüchterung. Mir liegen drei Bücher vor, die sich mit Karma-Astrologie beschäftigen, zwei davon im Sinne einer Einführung mit vielen Beispielen und Textbausteinen der karmischen Bedeutungen von Konstellationen. Das dritte ist eine Zusammenfassung mehrerer Seminare, in denen es hauptsächlich um die Bedeutung der rückläufigen Planeten geht. Bei Buch Nr. 1 und Nr. 2 stellen sich mir die Haare auf. Da finden sich Aussagen wie: Der Horoskopeigner nutzte in früheren Zivilisationen kosmische oder irdische Energie, um fortschrittliche technologische Neuerungen zu realisieren (rückläufiger Uranus in Wassermann). Oder: Die Geschwister des Horoskopeigners hatten in seinen früheren Leben große Schwierigkeiten, mit seiner Ungeduld ihren Wissensfortschritten gegenüber fertig zu werden (rückläufiger Uranus im 3. Haus). Beides ist in keiner Weise belegbar oder überprüfbar, abgesehen…

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Panama Papers – Propaganda per Leaks

Am Sonntagabend ging eine Art Erdbeben durch die Medien: Es wurde über die so genannten “Panama Papers” berichtet. Diese bestehen aus einer unglaublichen Datenmenge und sollten enthüllen, wer was wo und wie viel an schnödem Mammon via Briefkastenfirmen vor Versteuerung bewahrt hat. Nicht fehlen durfte in den Schlagzeilen der Name der Ausgeburt des Bösen, Vladimir Putin, obwohl sich bei genauerem Lesen herausstellte, dass Putins Name aus den Datensätzen gar nicht herausgefiltert werden konnte. Man ließ sich daher ersatzhalber lang und breit über Freunde oder Bekannte des russischen Ministerpräsidenten aus, deren Namen in dieser Datenmenge gefunden wurden. Erst nach mehr als der Hälfte des Artikels auf SPON beispielsweise kamen dann auch andere Namen und Nationalitäten ins Spiel. Das hat schon ein „Geschmäckle“. Gestern ist nun ein Buch erschienen mit dem Titel „Panama Papers“. Dieses muss zum Zeitpunkt der medialen Sause am Sonntag schon im Druck gewesen sein, mit anderen Worten, fix und fertig. Die Verfasser, ein Herr Obermayer mit Y und ein Herr Obermaier mit I, arbeiten bei der Süddeutschen Zeitung,…

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Gauckeleien

  Unser Herr Bundespräsident war in Asien unterwegs und hat den Chinesen die Meinung gesagt. Vornehmer ausgedrückt: Gauck hat eine Rede an einer chinesischen Universität in Shanghai gehalten. Dieses überaus wichtige Ereignis wurde in der Jungen Welt pointiert kommentiert: Wanderprediger des Tages: Joachim Gauck China hat bislang unverschämtes Glück gehabt. Seit vier Jahren ist Joachim Gauck deutscher Präsident, die Volksrepublik hatte er stets gemieden. Nun allerdings ist diese wundervolle Zeit vorbei: Der »erklärte Antikommunist« (Bild) wollte »Defizite in der chinesischen Politik« ansprechen und hielt am Mittwoch vor der Tongji-Universität in Shanghai »eine Rede, die sich deutlich von denen anderer europäischer Staats- und Regierungschefs unterscheidet«. Das kann man sich vorstellen. Bei diesem Mann, dem wohl selbst der morgendliche Brötchenkauf zu einer Mischung aus staatsbürgerlicher Weihestunde und Grundkurs im evangelischen Erwachsenenkatechismus gerät, ist Diplomatie gleichbedeutend mit bramarbasieren*. (*prahlen, großtun) Gauck gab, so weiß es Hofpostille Bild, seine liebsten Kalendersprüche zum besten: »Das menschliche Verlangen nach Freiheit bricht sich immer wieder Bahn.«  Wer ist dieser Mann, der wie ein Elefant im Porzellanladen in der…

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