Die Maastrichtverträge, die Wurzel der Krise und ramponierte Schrebergärten

Quelle: wikipedia

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Um aus einer eher ungewohnten Perspektive auf die Krise der EU und der Eurozone zu blicken, habe ich das Horoskop der Maastrichtverträge bemüht. Nach einem ersten Blick darauf habe ich spontan den Beitragstitel geändert und „die Wurzel der Krise“ hinzugefügt. Mit Wurzeln kennen sich Astrologen aus – denn die Radixhoroskope sind die Grundlage jeder Analyse und Prognose. Radix kommt aus dem Lateinischen und bedeutet Wurzel. In diesem Fall bin ich fast geneigt, die Verträge von Maastricht nicht als Wurzel der Krise, sondern als Wurzel des derzeitigen Übels zu bezeichnen.

Denn auch wenn in den Medien immer wieder anderes behauptet wird und es im Getöse um Griechenland oft untergeht: Ländern wie Irland, Portugal, Spanien geht es mitnichten gut. Eine sehr bekannte dänische Sportjournalistin, die in Spanien lebt, sagte sinngemäß: Spanien ist tot, nach all den Reformen, es ist eine soziale Katastrophe. Selbst in sehr anspruchsvollen Berufen verdienen die Menschen nur um die 1000 €. Deshalb habe Podemos so starken Zulauf aus allen Gesellschaftsschichten und aus allen Generationen. Bei einer Podemos-Demonstration in Madrid haben sich knapp eine halbe Million Menschen beteiligt.

Vergleicht man diese und andere Aussagen der Menschen, die von den politischen Entscheidungen betroffen sind, mit dem zu den Maastricht-Verträgen gehörenden Protokollen wie diesem hier

PROTOKOLL ÜBER DIE SOZIALPOLITIK

Das dem Vertrag beigefügte Protokoll über die Sozialpolitik dehnt die Zuständigkeit der Gemeinschaft auf die Sozialpolitik aus. Das Vereinigte Königreich ist diesem Protokoll nicht beigetreten. Das Protokoll bezweckt

die Schaffung von Arbeitsplätzen;
die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen;
einen angemessenen sozialen Schutz;
die Förderung des sozialen Dialogs;
die Entwicklung der Humanressourcen zwecks dauerhafter Sicherung eines hohen Beschäftigungsniveaus;
die Eingliederung von Personen, die bislang vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt waren.

Quelle: eur-lex.europa.eu

dann ist die Frage berechtigt, ob der formulierte Zweck dieses Abkommens erreicht werden kann und wird. Sieht man sich das Radix an, so kommen Zweifel auf. Die kardinalen Häuser sind stark besetzt, insbesondere das 4. Haus, der Urgrund, die Seele des Ganzen. Jedoch zeigen kardinale Häuser immer nur das Potential eines Quadranten. Was aus diesem Potential wird, das zeigt sich in den fixen Häusern. Die wiederum sind nicht besetzt. Also wurde viel gewollt, es mangelt aber an den Bedingungen, um aus den Absichten etwas machen zu können. Wenn ich ein Samenkorn nicht mit Erde, Luft, Wasser und Licht versorge, wird daraus keine Pflanze werden, selbst wenn der Samen noch so hochwertig ist. Ohne bestimmte Bedingungen kein Wachstum, keine Entfaltung.

Im 10. Haus steht der Mond, also der Stellvertreter für die vielen Menschen, das Volk der EU. Im Zeichen Stier ist er realistisch, sinnlichen Genüssen nicht abgeneigt. Er wäre zufrieden damit, seinen Acker zu bestellen und für sich selbst zu sorgen, solange er sich darauf verlassen kann, dass dies die Norm und das Ziel aller ist. Dieser Mond ist eingebunden in ein T-Quadrat – es wird also nichts mit der Ruhe im Schrebergarten. An dieser Reibungsfigur sind Saturn in Haus 7 und Mars/Pluto sowie Merkur in Haus 4 beteiligt. Saturn in 7 wäre ja für Herrn und Frau Schreber noch zu verschmerzen, immerhin garantiert ein Saturn in 7 Maßstäbe, Regelwerke, Gesetze, die viele Beteiligte betreffen. Mit Mars/Pluto hingegen wird es unschön. In seiner hässlichsten Ausprägung ist Mars/Pluto Sadismus. Ehepaar Schreber soll also nicht nur schmerzhafte Operationen erdulden und gut tragende Obstbäume abholzen und Beete zerstören, nein, Ehepaar Schreiber soll diese Operationen auch noch wollen. Denn auch wenn dabei jede Realität verkannt wird: Verträge sind einzuhalten, wenigstens dann, wenn Saturn/Pluto mit am Rad drehen.

Der Blick zu den Verantwortlichen – Sonne als Stellvertreter der Regierenden – hilft Herrn und Frau Schreber auch nicht unbedingt weiter. Sonne als Herrscher von Haus 1 in Haus 4 hat etwas Autoaggressives. – Kurzer Sidestep: Hat sich jemand schon mal Merkels Fingernägel angesehen? Die sind reichlich abgenagt. Nägelkauen ist eine Manifestationsmöglichkeit von Mond/Mars. Sidestep Ende. – Außerdem ist die Sonne mit Saturn im Bunde über einen Spiegelpunkt. Es ist also eine streng autoaggressive Sonne, und als eine solche erwartet sie selbiges Verhaltensmuster auch von Schrebers.

Stierisch stur und ein wenig vertrauensselig hoffen Schrebers weiterhin auf Handlungen und setzen dabei auf das 5. Haus. Was sie hier entdecken, sieht gut aus – bis Ehepaar Schreber realisiert, dass es ein Theaterstück geboten bekommt (Herrscher von Haus 5 in Haus 3). Aber vielleicht werden ja wenigstens Prozesse in Gang gesetzt, die den mittlerweile angesichts ihres ramponierten Gartens verzweifelnden Schrebers Hoffnung auf eine leichte Verbesserung der Lage bieten? Haus 6 ist das Haus der Aussteuerung an der Umwelt, es ist sozusagen das Controlling der Handlungen und Prozesse. Und auf den ersten Blick sehen die Diagramme, die diese Abteilung erstellt, bestens aus. Müssen sie auch, immerhin stehen Uranus und Neptun an der Spitze. Also alles wunderbar.

Oder eben nicht. Uranus/Neptun ist auch die völlige Entrücktheit, der Heilige Gral, der schöne Schein. Und der Schein bestätigt sich denn auch prompt: Uranus ist Herrscher von 7 und Neptun Herrscher von 8; es handelt sich also beim Controlling um Scheinharmonie und ideologisch motivierte Prozesse. Nichts als Talmi.

Als Realisten setzen sich die Schrebers erst einmal hin und versuchen, Bilanz zu ziehen. Sie studieren das oben erwähnte Protokoll der Maastrichtverträge und stellen Folgendes zu den dort genannten Zielen fest:

Die Schaffung von Arbeitsplätzen:
Die Arbeitslosenquote in ihrem Land beträgt über 25 %.
Die Verbesserung der Lebens- und Arbeitsbedingungen:
Die Löhne wurde um bis zu 40 % gekürzt, die Gewerkschaften geschwächt, der Lebensunterhalt teurer.
Einen angemessenen sozialen Schutz:
Krankenversicherung, Rentenversicherung, Arbeitslosenversicherung: Alle Leistungen wurden gekürzt.
Die Förderung des sozialen Dialogs:
Schrebers reiben sich verwundert die Augen: Wo finden diese Dialoge statt? In Turnhallen in Rostock?
Die Entwicklung der Humanressourcen zwecks dauerhafter Sicherung eines hohen Beschäftigungsniveaus:
Ah, endlich wissen Schrebers, dass sie keine Menschen mehr sind. Sie sind Ressourcen, und als solche werden sie ausgebeutet und verwertet.
Die Eingliederung von Personen, die bislang vom Arbeitsmarkt ausgegrenzt waren:
Die Quote der Langzeitarbeitslosen ist nicht gesunken.

Nachdem sich Herr und Frau Schreber einigermaßen von dieser ernüchternden Bilanz erholt haben, beschließen sie, mit Hilfe der Astrologie eine weitere Bestandsaufnahme vorzunehmen, als gute EU-Bürger ihre Hausaufgaben zu machen ^^ und eine vorsichtige Prognose zu wagen. Diese soll in den nächsten Tagen vorgelegt werden.

Dies ist nicht mehr mein Land

Warum? Weil sich D bzw. die deutsche Regierung unmöglich benimmt. Hartherzig, piefig, schulmeisternd, nationalistisch. Sie veranstaltet nicht nur mit Griechenland Unsägliches, sie tut das seit Jahren auch mit der eigenen Bevölkerung.

Hier vergammelt die Infrastruktur – absichtlich – um sie dann „privaten Investoren“ zum Ausweiden anzubieten. Für uns Bürger wird das teuer werden, das hat auch der Bundesrechnungshof bestätigt. Angestellte staatseigener Konzerne werden erpresst (Bahn, Post). Das Gesundheitswesen ist krank, so krank, dass Pflegekräfte an der Charite streikten. Es dauert ewig, ehe Pflegekräfte streiken, da muss das Maß des Unerträglichen mehr als voll sein.

Hartz IV-Bezieher werden drangsaliert mit albernen Schulungen, Jobandrohungen, Sanktionen. Seit wann hat der Druck auf Arbeitslose je einen Arbeitsplatz geschaffen? Belegschaften in Firmen werden gegeneinander ausgespielt – der Einsatz von Leiharbeitern eignet sich dazu vorzüglich. Wäre ja auch noch schöner, wenn es gleichen Lohn für gleiche Arbeit gäbe.

An den Hochschulen des Landes wird der Nachwuchs mit Zeitverträgen verheizt, verunsichert und gefügig gemacht. Warum es im Bildungsbereich unbedingt Wettbewerb geben muss, konnte mir noch niemand überzeugend erklären. Das gilt auch für das Gesundheitswesen. Und worin besteht eigentlich der „Mehrwert“, wenn die Wagen von vier Paketdiensten alle Straßen einzeln abfahren?

Ich kann auch diese Lügengeschichten bezüglich des demografischen Wandels nicht mehr hören. Wenn wir eine „demografische Tanne“ wollen, müssten wir in Kauf nehmen, dass die Kindersterblichkeit hoch ist. Wollen wir das wirklich so haben? Und wer nicht glaubt, dass es kein Problem ist, den Rentnern „trotzdem“ eine anständige Rente zu gönnen, die der Lebensleistung gerecht wird, der lese nach bei Gerd Bosbach, der all das durchgerechnet hat: Demografie und Rente. Die Demografie-Lüge dient nur der Versicherungswirtschaft, die mit der Angst vor Armut im Alter ihre Geschäfte macht. So ein Blödsinn wird natürlich von unserer Regierung finanziell gefördert. Dummerweise kommt diese Förderung nicht den Sparern zu Gute – gerade beim Riestern geht der Großteil der Förderung in den Gebühren unter. Prima Geschäft – nur nicht für Lieschen und Hermann Müller.

Und dann die Euro-Krise und die Euro-Rettung. Glaubt noch irgend jemand ernsthaft, es läge unserer Regierung etwas daran, diese Krise zu beenden? Falls ja, lohnt sich wie immer die Frage: Cui bono – wem nützt es? Es nützt unseren „Eliten“, denn die Krise ist ein willkommenes Allround-Argument für Schweinereien aller Art. Da muss mehr gespart werden (wobei der Begriff völlig in die Irre führt), da muss der Gürtel enger geschnallt werden (welcher denn?) und da braucht ein anständiger Staat natürlich eine Schuldenbremse. Sonst wird das nix mit der marktkonformen Demokratie. Die braucht auch ein TTIP, die Vorratsdatenspeicherung und vor allem viele Menschen, die nur mit Ach und Krach von ihrer Arbeit leben können.

Ich höre besser auf, mir ist schon schlecht. Ich könnte heulen, wenn ich an das Land denke, in dem ich aufgewachsen bin. So miefig-piefig und kleinkariert wie jetzt war es weder in den 70er noch den 80er Jahren. Da konnte ich Bauerntochter noch halbwegs problemlos das Abitur machen und hätte auch studieren können. Ich konnte darauf vertrauen, dass sich Leistung lohnt und Bildung sich auszahlt. Vor Krankheit musste ich keine Angst haben, denn es gab ein gutes Gesundheitswesen und ein anständiges Krankengeld. Eine Krankheit wurde angemessen behandelt und nicht danach, ob die Behandlung Geld in die Kassen der Klinik spült. Es gab Tarifverträge und Gewerkschaften, die vernünftige Entgelt-Steigerungen aushandelten. Die Deutsche Bahn war pünktlich und es gab gepflegte Straßen. Meine Eltern konnten sich aus tiefen, ererbten Schulden heraus einen bescheidenen Wohlstand erarbeiten.

RIP, Deuschland

Angela I.

Quelle: phoenix tv

Quelle: phoenix tv

Nein, das ist nicht das Horoskop von Angela Merkel, das wurde schon hinreichend oft interpretiert. Es ist das Horoskop ihrer dritten Vereidigung als deutsche Bundeskanzlerin. Als ich dieses Horoskop das erste Mal sah, brummelte ich spontan „Angie I. von Deutschland“ in mich hinein. Die Sonne steht genau auf dem MC. “ L’État, c’est moi!“ – ich bin der Staat. Für eine Weile vielleicht. Denn einen Nachteil hat es, wenn die Sonne am Zenit steht: Sie leitet damit unwiderruflich ihren Untergang ein, denn nun kann der Weg nur noch nach unten führen. Erste Anzeichen zeigen sich: Die gedemütigte Kanzlerin, Schäuble – Da hilft auch kein Basta und Merkel und Schäuble – Der nächste Zoff kommt bestimmt.

Bemerkenswert ist der Mond am IC – er steht in Opposition zur Sonne. Traditionell wird das Volk vom Mond dargestellt. Größer als bei einer Opposition kann die Entfernung der „Herrschenden“ (Sonne) zum Volk (Mond) nicht sein. Was sich in dem viel kritisierten Gespräch mit dem Mädchen beim Bürgerdialog in Rostock zeigte: Auf Twitter rangierte der Hashtag #merkelstreichelt ganz oben. Und die wenigsten wollten von Merkel gestreichelt werden.

Der MC auf 26° Schütze ist interessant, denn dieser Grad mit Jupiter/Neptun-Färbung beinhaltet außer Schwächezuständen auch die Tendenz, zu reden, ohne etwas zu sagen. Unterstrichen wird dies durch das Anderthalbquadrat zwischen Jupiter in Haus 5 und Neptun in Haus 12 – auch hier zeigt sich eine Schwäche, und zwar im Handeln. Auch die berühmten Merkel’schen Sprechblasen finden sich in diesem Horoskop: Merkur Spiegelpunkt Pluto ist ein gutes Bild für die Denk- und Sprechschablonen, die Worthülsen. Überhaupt ist Kommunikation nicht die starke Seite: Merkur wirft ein Quadrat auf die eigene Hausspitze 7. Angie I. stellt sich hier also selbst ein Bein. Ob das „Volk“ das merkt? Es wirkt naiv (Mond aus Haus 5 in Haus 4), fast kindlich, und scheint sich mit vielen und unverbundenen Informationen zufrieden zu geben (Mond in Zwillinge). Der Mond aus Haus 5 in Haus 4 ist eine Sonne/Mond-Konstellation, ein kosmischer Kurzschluss: Empfinden und Handeln geschehen unmittelbar, eine Verarbeitung über Merkur findet nicht statt. Als Ausgleich wird dann eher in den sozialen Netzwerken regelrecht gepöbelt. So ist „Volk“ abgelenkt und Angie I. kann weiterhin vor sich hin wurschteln.

Sie ist eine Meisterin darin, den eigenen Spielraum sichtbar zu machen und sich als unermüdliche Steuerfrau Deutschlands darzustellen: Die Sonne am MC ist Herrscher von Haus 6. Man kann das auch Opportunismus bezeichnen.

Auch dieses Horoskop weist wieder die scheinbar allgegenwärtigen Saturn/Pluto-Bezüge auf: Herrscher von Haus 8 in Haus 10, Saturn in Haus 8 und Pluto in Haus 10: Verbohrter geht es kaum. Völlig unbeirrt wird der bisherige Kurs weitergefahren. Dieser Kurs ist ein Schlingerkurs: Es sind fünf Mars/Neptun-Konstellationen vorhanden. Eine gute Voraussetzung für den bereits genannten Opportunismus. Leider entspricht Mars/Neptun auch dem Betäubungscocktail oder einer Giftspritze. Eines der Gifte, mit dem Angie I. ihr Volk einlullt, ist der Satz „Deutschland geht es gut, das ist ein Grund zur Freude.“ Armes Volk! Über die Opposition zur Sonne wird es direkt in ein Schwarzes Loch gezogen: Die Sonne steht in Konjunktion zum Galaktischen Zentrum. Andere harte Aspekte bildet der Mond nicht. So bleibt zu hoffen, dass die vielen Sonne/Mond-Konstellationen, also die vielen Kurzschlüsse doch zu einem – heilsamen – Knall führen. Bis dahin werden sowohl Kanzlerin als auch eine große Mehrheit des Volkes glauben, dass sie trotz größtmöglicher Entfernung zueinander gemeinsam agieren. Das alles wird ein Ende haben, ganz gewiss. Denn:

Eine Sonne am Zenit ist im Abstieg begriffen.