Update zu Schäuble und seinem Traum vom Grexit

Schäuble fordert erneut Grexit auf Zeit

Schäuble lässt – wie vorhergesagt – nicht locker. Trotz des laufenden Verfahrens mit Abstimmungen in einigen europäischen Parlamenten redet er ständig vom Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone.

Und wenn es so weitergeht, wie es sich andeutet, dann wird es dazu auch kommen. Die EZB ziert sich, die ELA-Kredite (Nothilfe) für die griechischen Banken angemessen zu erhöhen, was bedeutet, dass weiterhin nur überschaubare Mengen an Bargeld aus den Bankautomaten kommen. Obwohl der Druck auf die griechische Regierung schon unerträglich hoch ist, werden die Daumenschrauben immer fester angezogen. Dabei ist es Aufgabe der EZB, für die Liquidität der Banken zu sorgen. Sie hat kein Mandat, politische Entscheidungen zu erzwingen.

Ein deutscher Wirtschaftswissenschaftler, der bis vor kurzem per Anhalter und zu Fuß durch Südeuropa reiste, war zur Zeit des Referendums in Athen und fühlte sich an den Maidan erinnert. Ich fürchte, er hat Recht. Was wir erleben, ist eine Art Putsch. Ein Putsch gegen eine nicht genehme Regierung. Und eine Art Putsch gegen die bisherige Zusammensetzung der Eurozone. Und es ist ein Putsch gegen das Bild von Europa als Wertegemeinschaft. Sascha Lobo schreibt Griechenland und die Folgen: Sie haben mir Europa kaputt gemacht

Schäuble wird so lange nachsetzen, bis ihn jemand absetzt oder bis er seinen Plan eines „Nordeuro“ verwirklicht hat. Und dann Gnade uns allen: Europa wird ein Kontinent sein, der keine Alternativen mehr bietet. Die grauen Herren haben gewonnen: OXI und der Pessimismus Wir leben in einer Demokratur.

Ein Kommentar

  1. Die Meinungen zum Grexit gingen ja in die unterschiedlichsten Richtungen. Am Ende ist das ganze zumindest vorläufig vom Tisch. Die Zeit wird zeigen, ob diese Entscheidung die richtige war.

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