Panama Papers – Propaganda per Leaks

Am Sonntagabend ging eine Art Erdbeben durch die Medien: Es wurde über die so genannten „Panama Papers“ berichtet. Diese bestehen aus einer unglaublichen Datenmenge und sollten enthüllen, wer was wo und wie viel an schnödem Mammon via Briefkastenfirmen vor Versteuerung bewahrt hat. Nicht fehlen durfte in den Schlagzeilen der Name der Ausgeburt des Bösen, Vladimir Putin, obwohl sich bei genauerem Lesen herausstellte, dass Putins Name aus den Datensätzen gar nicht herausgefiltert werden konnte. Man ließ sich daher ersatzhalber lang und breit über Freunde oder Bekannte des russischen Ministerpräsidenten aus, deren Namen in dieser Datenmenge gefunden wurden. Erst nach mehr als der Hälfte des Artikels auf SPON beispielsweise kamen dann auch andere Namen und Nationalitäten ins Spiel. Das hat schon ein „Geschmäckle“.

Gestern ist nun ein Buch erschienen mit dem Titel „Panama Papers“. Dieses muss zum Zeitpunkt der medialen Sause am Sonntag schon im Druck gewesen sein, mit anderen Worten, fix und fertig. Die Verfasser, ein Herr Obermayer mit Y und ein Herr Obermaier mit I, arbeiten bei der Süddeutschen Zeitung, die als erste mit der Meldung am Sonntag herauskam, fast parallel zur Veröffentlichung im Guardian. Das sieht sehr nach einer gut vernetzten Werbekampagne aus.

Angekündigt wurde das Buch vom Verlag Kiepenheuer und Witsch am 4.5.2016, zum Beispiel bei boersenblatt.net: KiWi-Buch zu den „Panama Papers“. Aus dem Text:

Das Buch  soll die Geschichte hinter der Geschichte erzählen, so der Verleger: Die beiden jungen Journalisten beschreiben den Moment, in dem sie die Daten zugespielt bekommen haben, die großen Recherchen, den ständig wachsenden Datenberg, schließlich das Einschalten des internationalen Journalistenverbands, die Koordination von 400 Reportern aus 80 Ländern. „Das ist eine unglaubliche Geschichte, die sich liest wie ein Kriminalroman“, ist Malchow überzeugt.

Dann wollen wir doch mal sehen, ob es sich um einen Krimi, den das Leben schrieb, oder etwas anderes handelt. wink

Panama Papers, Rezensionsexemplare per PDF, 05.04.2016, Köln, 17:00 Uhr

Panama Papers, Rezensionsexemplare per PDF, 05.04.2016, Köln, 17:00 Uhr

Ganz markant ist der Mars exakt auf der MC/IC-Achse, der als Herrscher von Haus 8 damit eine Mond/Pluto-Konstellation im Gepäck hat. Das ist einerseits hoch aggressiv und andererseits ein Indiz für eine ideologisch eingeschränkte Wahrnehmung, und auf jeden Fall hat man energisch in Tiefen gewühlt. Die AC/DC-Achse ist mit Jupiter und Neptun besetzt. Mit großem Aufwand und Enthusiasmus werden Nebelkerzen gezündet, denen das Gegenüber (DC) und – im Fall eines Buches der Leser – kaum entgehen kann. Ans Licht kommt da eher nichts. Saturn in Haus 4 im Quadrat zu Jupiter zeigt das Übertreten, die Verletzung und die Beugung sozialer Normen. Die Gründung von Briefkastenfirmen ist zwar nicht gesetzeswidrig, aber sie verletzt jedes halbwegs gesunde Rechtsempfinden. Diese Wunde wird mit dem Mars am IC tatkräftig „gepflegt“ werden, da dieser in sich die „Spinnenfürsorglichkeit“ der Mond/Pluto-Konstellation trägt.

Merkur, der Schriftsteller, ist Herrscher von Haus 1 und Haus 10, er steht in Haus 8 und damit wird die Marschrichtung, die Absicht, hinter dieser Publikation deutlich: Es geht schlicht um Propaganda und Manipulation, koste es, was es wolle (Herrscher von Haus 1 in Haus 8) und ohne nach rechts und links zu sehen (Herrscher von Haus 10 in Haus 8). Die mehrfach gegebenen Sonne/Pluto-Bezüge betonen dies, die Vorstellung, die Idee, ist wichtiger als die Realität. Was man in der herkömmlichen Darstellung nicht sehen kann, ist die Halbsumme MC=Merkur/Pluto, die ebenfalls für Manipulation und Propaganda spricht. Das korrespondiert mit der Auswahl der Kriterien, mit denen die riesige Datenmenge durchkämmt wurde. Die Auswahl dieser Selektoren ist nur schwer „wissenschaftlich“ zu nennen: Die wichtigste Suche, die am Datensatz vorgenommen wurde, war die Suche nach Namen, die im Zusammenhang mit der Verletzung von UN-Sanktionen stehen. Die Quelle hierfür ist die Süddeutsche Zeitung mit ihrer extra dafür aufpolierten Sonderseite selbst.

Die Frage ist, ob die Leser des Buches sowie der Werbekampagne in allen Medien – und damit die Öffentlichkeit – diese Verdrehungen schluckt oder nicht. Merkur steht auf einem Übergangsgrad, den 0° Stier, auf dem etwas gelingen kann oder nicht. Meistens gelingt das Vorhaben nicht, und da Merkur als Herrscher der Achsen das Vorhaben vertritt, ist die Hoffnung berechtigt, dass sich die Öffentlichkeit nicht wie erwünscht einseifen lässt (Neptun am DC).

Fazit: Nicht alles, was sich wie eine Enthüllung liest und als solche angekündigt wird, ist auch eine. Nicht jede Verpackung hält, was sie verspricht.

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