Die psychologische Dimension von Rückenschmerzen

Gegenstand dieses Artikels sollen Rückenschmerzen in ihrer psychologischen Dimension sein. Darunter fallen Beschwerden der Wirbelsäule selbst (beispielsweise als Bandscheibenvorfall), sowie der sie umgebenden Weichteile (zum Beispiel als Muskelverspannungssyndrom).

Schulterschmerzen bedeuten etwas anderes als Neuralgien des Steißbeins. Jeder Rückenabschnitt hat eigenständige Deutungen, doch in der Praxis hat sich erwiesen, dass es Gemeinsames gibt, um die Seele hinter den Beschwerden zu beschreiben. Wir können annehmen, dass alle Tierkreiszeichen von den Beschwerden betroffen sind. Beim Durchsehen der Problematik fielen mir allerdings drei Temperamente besonders auf:

Die Waage will sich selbst und ihre Lieben ausbalancieren. Wenn Menschen ihr Leben lang um ihr inneres Gleichgewicht und das ihrer Umgebung kämpfen, dann nimmt das den Körper mit. Das Zerren an diplomatisch gesuchten Lösungen hat Folgen – besonders, wenn man die Oberhoheit über die Gespräche an sich reißt.

Waage-Menschen sind sehr daran interessiert in ihrer Umgebung etwas anzustoßen: „Du machst doch mit, oder?“ Haben diese Menschen Schmerzen, so sollten sie sich fragen: „Greife ich zu viel ein und übernehme ich mich?“ Im Extremfall wollen sie alles bestimmen und manipulieren. Zu bestimmen, das ist typisch für den Widder, das Gegenzeichen. Das bedeutet: Diese Person tritt kompensatorisch autoritär auf (Widder), um bloß nicht schwach und unsicher (Waage) zu erscheinen.

Hier gilt es anzusetzen und sich zu fragen: „Was will ich wirklich bestimmen?“

Rückenartikel Rita 1

Ständige Sorgen können zu chronischen Rückenproblemen führen. Problematisch ist außerdem das zwanghafte Bedürfnis, seine Ordnung wiederherzustellen. Was ist zu tun? Lernen, manchen Dingen ihren Lauf zu lassen. „Wie viele menschliche Baustellen kann ich sich selbst überlassen, ohne weiterhin Helikopter-Mutter spielen zu müssen?“ Wird das Programm umgesetzt, dann lassen auch die körperlichen Verspannungen nach. Astrologie? Sonne in Jungfrau. Zum Thema „Rücken“ begleitet mich ein Fachmann schon viele Jahre. Hier sein erstes Zitat:

„Sorge und Groll sind zwei unerwünschte Emotionen, die wir lieber nicht zur Kenntnis nehmen wollen, […]. Wenn man die betroffenen Personen darauf hinweist, erkennen sie gewöhnlich, dass es sich bei ihnen um Perfektionisten handelt.“

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 29

Kommen wir zum dritten Tierkreiszeichen. Die Wirbelsäule ermächtigt uns physische Größe und Stolz zu verkörpern. Ohne unsere Wirbelsäule würden wir umher kriechen wie Gollum. Manche Menschen werden aber nicht gefördert. Ihr Wille wurde gebrochen, zum Beispiel als Folge von Missbrauch. Das Ergebnis sind Rückenbeschwerden. Typisch für diesen Befund ist eine Löwe-Sonne in Haus 12.

Ein typisches Löwe-Sonne-in-12-Merkmal ist Narzissmus:

„Eine ausgeprägte narzisstische Person ist leicht reizbar, da sie im Umgang mit anderen, die nicht nach ihrer Pfeife tanzen, frustriert wird. Die Folge davon ist Wut, und eine solche Person wird dauernd wütend sein, aber nie wissen warum, da […] diese Gefühle verdrängt wurden. Hier scheint ein Paradox vorzuliegen. Einerseits haben wir ein geringes Selbstwertgefühl, dann aber führt uns unser Narzissmus dazu, uns wie ein König zu benehmen. Es ist die Geschichte vom Prinzen und dem Bettler. Sie sind ein und dieselbe Person.

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 50

Kann unsere leibliche Mutter uns Lebenssicherheit durch Geborgenheit vermitteln, dann bildet sich etwas Bedeutendes: Urvertrauen. Wird dieses Urvertrauen nicht hergestellt, dann leben wir auf schwankendem Boden. Es kann später zu folgenden psychischen Problemen kommen:

  • Haltlosigkeit
  • Furcht, vernachlässigt zu werden
  • Furcht, der Partner mache sich auf und davon

Geht im Erwachsenenalter die Bezugsperson fort oder stirbt sie, dann zieht es den Betroffenen den Boden unter den Füßen weg. Das betrifft die Wirbelsäule mitsamt ihrem Muskelapparat. Der Boden wird astrologisch durch Haus 4 symbolisiert und das Fehlen desselben durch Neptun – kombiniert als Neptun in Haus 4.

Wenn Menschen erfahren, dass sie wegen ihrer Klagen in Verruf geraten, dann müssen sie das Quengeln unterdrücken. Dieses verschwindet aber nicht, sondern stürzt in den Körper. Jetzt werden die Beschwerden zu einem Vehikel, um zu jammern: „Dann bekomme ich zur Strafe Kreuzschmerzen. Ihr werdet schon sehen, was Ihr davon habt!“ Diese Kreuzschmerz-Patienten haben im Lauf des Lebens bestimmte Personen ausgemacht, die sie für ihr Leiden anschuldigen können. Dieses kindliche Beziehungsmuster entspricht Mond in Haus 1.

Wir kommen zum Mond-Pluto-Aspekt.

„Das Unbewusste ist das unterirdische Reich des Versteckten und des Mysteriösen, ein Ort wo alle Arten von Gefühlen wohnen. Nicht alle logisch, nicht alle schön und manche geradezu furchterregend.“

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 32

Hierzu gibt es einen schönen Fall. Hören wir dem Herrn Professor zu:

„Ich erinnere mich an eine Frau mit einem anhaltenden Schmerzsyndrom, die mit ihrem schwierigen Bruder zusammen lebte. Trotz einer Psychotherapie hörten die Schmerzen nicht auf. Eines Tages tat sie etwas Außergewöhnliches. Sie wurde sehr böse auf ihren Bruder, schrie ihn an, beschimpfte ihn und stürmte danach aus dem Haus. Mit diesem Ereignis verschwanden ihre Rückenschmerzen.“

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 32

Das letzte große Thema dieses Artikels soll nochmals die Gefühlskontrolle sein, doch dieses Mal als Mond-Saturn-Aspekt. Wie wir gesehen haben, ist der Rücken eine Projektionsfläche für Ungelebtes. Als Gesellschaft haben wir uns eine „Zivilisation“ geschaffen, in der öffentlich gezeigte Wut (Sportler sind die Ausnahme) als krank gilt. Rückenartikel Rita 2 Viele Arbeitnehmer machen deshalb die „Faust in der Tasche.“ Wut bleibt im System und der Rücken rächt die Impulsunterdrückung als Schmerz. Gesund wäre es, einem unverschämten Gruppenleiter eine Ohrfeige zu geben, doch das kostet den Job.

Kreuzschmerzen sind leider so oft das Ergebnis einbetonierter Gefühle. Die körperliche Folge ist unter anderem, dass die Faszien der großen Rückenmuskeln verdicken. (Was sind Faszien? Ein faseriges Bindegewebsnetzwerk. Es umfasst Sehnen, Bänder und Gelenkkapseln, sowie die teils hauchdünne Schicht, die jeden einzelnen Muskel umhüllt). Ergebnis? Wir werden steif.

Hören wir zum Schluss noch einmal Professor Sarno. Er erklärt uns, warum Psychotherapie sinnvoll ist:

„Manchmal geschieht etwas in unserer Kindheit, das uns mit Ressentiments und Wut zurücklässt, aber die Gefühle werden tief verborgen zurück gehalten. Sie sind zu schmerzhaft oder sozial zu inakzeptabel, als dass man ihnen erlauben könnte, das Bewusstsein zu erreichen.“

~ John E. Sarno: Von Rückenschmerzen befreit, S. 97

Wo hat die Schildkröte ihren Panzer?

Danke sehr fürs Lesen! Abschließend noch der Link zum zitierten Buch: John Sarno, Befreit von Rückenschmerzen: Die Körper-Seele-Verbindung realisieren

2 Kommentare

  1. Gelungener Beitrag! Vielen Dank dafür! Passsend zu meiner aktuellen Situation, kann ich vieles davon bestätigen!

    LG
    Denise

  2. Ich bin ein Fan der Psychosomatik und bin begeistert, wie schön man das auch aus der Sicht der Astrologie sehen kann 🙂 Danke für den tollen Artikel.

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